Tipp zum Jeans umnähen

Jeans umnähen ohne diesen dicken Knubbel an den Nähten — es ist genial! Schaut euch die Seite mal an.
http://quilt-knit-run-sew.blogspot.de/2009/05/tutorial-hemming-jeans-quilters.html

Die Bilder sind eigentlich selbsterklärend. Hier trotzdem kurz auf deutsch, wie’s funktioniert: Die Nähte der Jeans werden immer so dick, wenn man sie doppelt umschlägt. In dem Blog wird beschrieben, wie man das verhindern kann.

Dazu macht man unmittelbar links und rechts der Jeansnaht einen kleinen Einschnitt. Dann klappt man die Naht nur einmal um. Den Rest schlägt man wie gewohnt doppelt um. Dann näht man das verkürzte Hosenbein wie immer.

Von außen macht es keinen Unterschied, aber die Nähmaschine und die Nerven werden es einem danken, dass es keine allzu dicke Jeansnaht gibt an der die Nadel hängen bleibt. 😉

Seilkorb aus alten T-Shirts herstellen

Heute mal wieder ein Beitrag zum Thema Resteverwertung. Dieser Beitrag ist gewissermaßen der Vorläufer zu „Wolle aus Stoff machen„. Es schlummerte schon ein Weilchen in meinen Entwürfen und nun konnte ich endlich ein paar Fotos machen. 😉 Ich beschreibe euch hier, wie ihr ohne Spindel oder Spinnrad aus Stoff Schnüre drehen könnt, damit ihr so einen schicken Korb nähen könnt:

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Warum sollte man nicht aus alten Stoffresten Schnüre oder Seile machen? Die Idee kam mir, als ich auf YouTube diverse Videos gesehen habe bei denen es um Überlebenstechniken in der Natur ging. Eine Technik, die mich sehr faszinierte, war die Seilherstellung. Seile braucht man immer, aber was wenn man keines dabei hat? Dann muss man sich selbst eines herstellen mit den Dingen, die in der Natur gerade vorhanden sind.
Wie das geht kann man zum Beispiel in diesem Video gut sehen: „Bowdrill mit Brennesselsehne“

Das hat alles erst mal nichts mit Nähen zu tun. Aber mir kam eine Idee: Warum in die Natur gehen und Pflanzen sammeln, wenn ich zuhause schon faserige Stoffe habe? Jaha, genau. Unsere Stoffreste sind genau das: Faserige Stoffreste. Sie sind ja eigentlich schon lauter kleine Fäden, die nur zu einem Stoffteppich gewebt wurden. Sie haben also genau die Eigenschaften, die man für ein Seil braucht: Sie sind biegsam und strapazierfähig.

Und mit dem fertigen Seil kann man zum Beispiel einen Korb machen. Anleitungen dazu gibt es einige, zum Beispiel auch bei Farbenmix.

Das Seil herstellen
Also nahm ich eines meiner alten T-Shirts, das eigentlich in das Restekissen wandern sollte, weil es ausgewaschen und löchrig war. Dieses T-Shirt schnitt ich in Streifen (Breite ca. 3 cm) und drehte mit je zwei Stoffstreifen ein Seil, so wie man es auch in dem Brennesselvideo sieht. Den Streifen nach rechts verdrehen und links über den zweiten Streifen legen. Den jetzt rechts liegenden Streifen wieder nach rechts eindrehen und links über den anderen Streifen legen. So lang bis die Streifen fast(!) zuende sind.

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Streifen verlängern
Um ein langes Seil zu machen benötigt man weitere Stoffstreifen. Man verdreht je zwei davon wie oben beschrieben bis noch ungefähr 10 cm von einem Streifen übrig sind. An diesem Punkt nimmt man einen neuen Streifen, legt ihn auf die verbliebenen 10 cm und dreht ihn mit nach rechts ein. Dann verfährt man weiter wie bisher. So entsteht ein nahtloser Übergang.

Man sollte beim Verlängern des Seiles darauf achten niemals beide Streifen gleichzeitig zu verlängern, denn sonst wird das Seil an dieser Stelle sehr viel dicker.

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Aus dem Seil wird ein Korb
Wenn man eine gewissen Menge Seil gedreht hat, kann man mit dem Korb beginnen. Ich hatte anfangs 7 Meter Seil. Das hat dann ungefähr für den Boden des Körbchens gereicht. Das klingt jetzt viel, aber das Seildrehen geht echt flott, wenn man erst mal weiß wie es geht und man muss nicht großartig dabei denken. Man kann es beim Fernsehen oder Hörbuch hören nebenbei machen.

Für den Anfang legt man das Seil zu einer Schnecke zurecht und fixiert dies mit einem großen Zickzackstich. Danach näht man die Schnecke größer indem man den Zickzackstich genau zwischen Korbboden und Seil näht, so das der linke Stich den Korbboden und der rechte Stich das Seil erwischt. Wenn man einen farblich passenden Faden hat, muss die Naht nicht mal besonders schön sein, weil sie später kaum auffällt.

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Vom Boden zur Korbwand
Ist der Boden groß genug, kann man beginnen den Korbrand zu nähen. Es geht dabei weiter in Runden um den Boden herum. Die einzige Änderung ist, dass man nun am Seil leicht zieht während man es annäht. Der Korbboden bleibt wie er ist und das Seil wird während des Annähens leicht gezogen. Dadurch entsteht eine Spannung im Stoff und die Korbwand entsteht. Es ist schwer zu beschreiben, probiert es am besten mal selbst aus.

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Das ist auch schon alles an Technik was man für den Korb braucht.

Hat man die Korbwand erst einmal heraus gearbeitet, näht man nun in Runden weiter, bis der Korb hoch genug ist.

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Dann noch das Ende des Seils festnähen und fertig ist der Seilkorb aus 100% recyceltem Material.

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Update vom 4.2.2016: Inzwischen hat der Seilkorb eine super Verwendung als Wollkörbchen bekommen. Claudia hatte die geniale Idee: Mit gezielt eingenähten kleinen Löchern am oberen Rand kann man dort die Wollfäden durchführen und stressfrei stricken.

Wolle aus Stoffresten

Was kann man alles aus Stoffresten machen? Diese Frage beschäftigt mich seit einer Weile und ich bin momentan auf der Suche nach den verschiedensten Antworten auf diese Frage.

Eine Möglichkeit wäre, aus Stoff Wolle herzustellen. Wie bitte!? fragt ihr euch jetzt vielleicht. Warum? Und wie soll das gehen? Ich will euch meine Gedanken dazu erzählen.

Momentan bin ich in Experimentierlaune. Inspiriert hat mich Inge, die mir beim letzen Handarbeitstreffen erzählte, dass sie „einfach drauf los“ gemacht hat während sie ein hübsches Perlen-stoff-webband anfertigte. So dachte ich mir dann „Warum eigentlich nicht?“ als mir die Idee mit der Wolle aus Stoff kam. Ich hole mal ein bischen aus damit ihr versteht wie ich auf diese Idee gekommen bin.

Dass ich mich mit der Resteverwertung beschäftige, sieht man ja schon anhand der letzten Beiträge hier im Blog. Es gibt sogar noch ein, zwei Beiträge, die auf Überarbeitung warten, die sich ebenfalls mit den Resten unseres Hobbys beschäftigen. Es schlummerte also immer in meinem Hinterkopf: Was kann man noch alles mit den Resten machen? Schließlich steht unter meinem Schreibtisch eine große Kiste voll davon…

Szenenwechsel: Zu Weihnachten feierten wir gemeinsam mit meiner Familie. Wir sitzen gemütlich um den Weihnachtsbaum und verteilen Geschenke. Da öffne ich ein Paket meines Bruders und darin ist Wolle (also so vom Schaf, kein Wollknäuel), eine Spindel und eine Garnrolle. Spindel und Garnrolle hat er selbst hergestellt aus Holz, dass unserem Großvater gehörte. Ein tolles Geschenk! Dazu gehörte auch noch, dass er mir zeigte, wie man spinnt (obwohl ich dachte ich könnte das schon ganz gut hihi).

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Bald hatte ich meinen ersten Wollfaden gesponnen und verstrickt. Und ich muss sagen: Es ist einfach. Es geht schneller als ich dachte. Und es kratzt. (Das hatte ich schon geahnt.) 😀 Als wärmender Stoff ist Wolle aber unschlagbar! Da ich aber keine Schafe habe und auf Dauer die Wolle dann kaufen müsste, wanderten meine Gedanken und sponnen vor sich hin.

Im Prinzip kann man alles spinnen was aus Fasern gemacht ist. Schafswolle eignet sich für Anfänger wohl sehr gut, da sie einfach zu verarbeiten ist. Aber auch Katzen- oder Hundehaare kann man verspinnen, wenn die Haare mindestens 3-4 cm lang sind. Auch Pflanzenfasern kann man verspinnen. Leinen, Flachs, aber auch Brennessel wurden und werden versponnen und zu Stoff verarbeitet und auch die künstlichen Stoffe bestehen letztlich aus gesponnenen Fäden.

Man kann also alles spinnen was faserig ist. Stoffreste bestehen aus Fasern. Also könnte man theoretisch den Stoff auftrennen, die Fäden rauslösen und wieder zu (dickerer) Wolle verspinnen, oder? Ach was heißt hier theoretisch. Ich hab’s natürlich gleich ausprobiert! Ich nahm einen alten Pulli und einen Stofffetzen und probierte daraus einen Wollfaden zu gewinnen.

Es funktioniert, ist aber mit sehr viel Arbeit verbunden, wenn man wirklich ein ganzes Wollknäuel bekommen möchte. Andererseits ist auch ein selbstgenätes oder -gestricktes Kleidungsstück immer mit viel mehr Arbeit verbunden als wenn man es im Laden kauft. Dafür ist es individuell und wäre, wenn es aus Resten gemacht ist, sehr ressourcenschonend.